Bilderlotse – ein tolles Blog von Oliver Melchert

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Fremde Länder, fremde Sitten…

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Badehaus in einem Dorf in der Voltaregion, Ghana   (hbu 2008)

Weisheit

Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst. (George Best)

Danke, brauch ich nicht

“Guten Tag, mein Name ist Kuhlmann…” Die freundliche, geschulte Frauenstimme löst sofort den Danke-ich-kaufe-nichts-am-Telefon-Reflex aus. Seit ich das erste Mal von einem Callcenter aus angerufen wurde, haben sich die Durchschnittsgesprächszeiten solcher Telefonate dramatisch verkürzt. Die ersten – das ist Jahre her – hörte man sich noch höflich an, um dann nach Minuten gut begründet zu erklären, dass man diese Versicherung nicht brauche oder jene Zeitschrift sowieso schon abonniert habe.

Bald verlegte man sich auf Notlügen wie “Bin grad in einer Besprechung, geht jetzt nicht” oder “Ich hüte hier nur das Haus, der Besitzer ist momentan nicht da”, um die lästigen Anrufer loszuwerden. Nachdem ich das erste Mal drei Minuten lang mit einem Verkäufer telefoniert hatte, bis ich merkte, dass am anderen Ende der Leitung gar kein Mensch sitzt, sondern eine Maschine, habe ich mich entschieden, bei Anrufen mir unbekannter Leute, die mich in ein Verkaufsgespräch verwickeln wollen, sofort aufzulegen. Rote Taste drücken – und tschüß … Das ist nicht höflich, aber hilfreich.

Frau Kuhlmann ist keine Maschine, sondern ein leibhaftiger Mensch, und dass ich dann doch mit ihr ins Gespräch kam, lag daran, dass ich nicht schnell genug reagierte und sie ihren Satz zu Ende sagen konnte. So erfuhr ich, wer ihr Auftraggeber ist. Mein spontaner Ausbruch von Heiterkeit irritierte die Dame ein wenig, aber sie verstand ihn, als sie bemerkte, dass sie soeben im Begriff war, mir meine eigene Zeitung zu verkaufen. “Danke”, sagte ich noch, “gut gemeint, aber die brauch’ ich wirklich nicht.” (hbu)